Risiko Gentechnik
Wissenschaftler zur Gentechnologie
Wills, Dr.
Peter, Prof., Theoretische Biologie, Auckland University,
Neuseeland "Gene
codieren Proteine, die an der Kontrolle von praktisch jedem
biologischen Prozeß beteiligt sind. Indem Gene über Artgrenzen,
die seit Äonen zwischen Arten wie Menschen und Schafen
existierten, hinweg übertragen werden, riskieren wir,
natürliche Barrieren gegen unerwartete biologische Vorgänge zu
durchbrechen.
z.B. kann eine inkorrekt gefaltete Form eines gewöhnlichen
zellulären Proteins eine infektiöse neurologische Krankheit
hervorrufen." (4) (Erläuterung: Solche Abweichungen von
der natürlichen Struktur von Enzymen und anderen Proteinen
entstehen durch Genmanipulation in Lebewesen oder durch die
gentechnische Erzeugung von Proteinen mittels Bakterien.)
Cummins, Dr. Joseph Prof. emeritus für Genetik University of Western Ontario, Canada "Die größte Bedrohung, die von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen ausgeht, ist wahrscheinlich das Einführen von modifizierten Viren und Genen von Insektenviren in Nutzpflanzen. In Laborversuchen wurde gezeigt, daß rekombinante DNA-Techniken (Gentechnik) hoch bösartige neue Viren aus solchen Konstruktionen erschaffen können. Mit Sicherheit ist der im großen Maßstab verwendete Blumenkohlmosaik-Virus ein potentiell gefährliches Gen. Dies ist ein Pararetrovirus, das bedeutet, daß er sich vermehrt, indem er Ellstrand, Prof. Norman, Ökologische Genetik, University of California, Riverside, USA, einer der führenden Autoritäten der Gentechnik in der Welt "Innerhalb von zehn Jahren werden wir eine mittlere bis große ökologische oder ökonomische Katastrophe erleben, weil eine solche Menge (gentechnisch manipulierter) Produkte freigesetzt werden." (5) Sein Kommentar zu den ökonomischen Folgen der Gentechnik für Landwirte: "Wir sehen darin ein multimillionen Dollar Problem. In Europa gibt es bereits ein großes Problem der Genübertragung zwischen wilden Rüben und Kulturrüben. Raps hat auch nahe Verwandte und wird in der Zukunft Probleme bringen. Man kann erwarten, daß die Art von Genen, die zur Zeit für Gentechnik verwendet werden, diejenigen sein werden, die ein immenses Gefährdungspotential in sich bergen." (4)
Antoniou, Dr. Michael, leitender Dozent für Molekularpathologie eines Londoner Universitätskrankenhauses, warnt vor Gesundheitsrisiken, die die Menschheit noch nicht erlebt hat, da gentechnisch erzeugte Lebensmittel sich selbst fortpflanzen und niemals aus der Umwelt zurückgerufen werden können. "An der Erzeugung gentechnisch veränderter Pflanzen und Tiere ist die zufällige Integration künstlicher Kombinationen von genetischem Material nicht verwandter Arten in die DNA von Empfängerorganismen beteiligt. Durch diesen Vorgang wird die genetische Blaupause des Organismus unterbrochen, was völlig unvorhersagbare Konsequenzen in sich birgt. Die unerwartete Produktion toxischer Substanzen wurde bereits bei gentechnisch veränderten Bakterien, Hefen, Pflanzen und Tieren beobachtet."
Gassen, Hans Günter Prof., Molekulargenetiker, Darmstadt "Jeder weiß, daß es in jedem molekularbiologischen Labor, wo gentechnisch veränderte Organismen gehandhabt werden, selbstverständlich in minimalen Mengen zu Freisetzungen kommt. Wenn der Satz ("das strikte Verbot von Freisetzungen" im Gentechnikgesetz) durchkommt, heißt das für uns, daß keine Industrie überhaupt einen veränderten Organismus benutzen kann, denn es ist unabdingbar, daß kleinste Mengen von Mikroorganismen freigesetzt werden"(6)" Sorge bereitet ... allerdings die unkontrollierte Verbreitung von Antibiotika-Resistenz-Genen. Problematisch ist auch die Freisetzung manipulierter Mi-kroorganismen wie z.B. die Verwendung ölfressender Bakterien zur Gewässerreinigung und von Enteisungsbakterien als Frostschutz für Obstplantagen. Anlagen wie ein Treibhaus stellen kontrollierbare Ökotope dar. Die Umwelt aber repräsentiert ein Spektrum an Variablen, wovon uns nur wenige bekannt sind. Fehlentscheidungen ... verursachen oft irreparable Schäden
Chargaff, Erwin, Prof. Mitentdecker des genetischen Code "Zwei verhängnisvolle wissenschaftliche Entdeckungen haben mein Leben gezeichnet: erstens die Spaltung des Atoms, zweitens die Aufklärung der Chemie der Vererbung. In beiden Fällen geht es um Mißhandlung eines Kerns: des Atomkerns, des Zellkerns. In beiden Fällen habe ich das Gefühl, daß die Wissenschaft eine Schranke überschritten hat, die sie hätte scheuen sollen." (2) "Ich bin ein kompetenter Wissenschaftskritiker aber kein Feind der Wissenschaften. Nach meinem Kenntnisstand gibt es Versuche in der Forschung, die verboten gehörten. Das ist die Atomspaltung und das gentechnische Herummurksen am Zellkern." (1) "Schon ein Bakterium trägt so viele Gen-Informationen in sich, wie eine Bibel Worte hat. Ein Mensch so viele, wie in 15 Bibeln stehen. Der Gentechniker tauscht darin ein oder zwei Seiten aus und behauptet: Das kann doch nicht gefährlich sein. Er verschweigt dabei, daß er das Inhaltsverzeichnis nicht kennt, nicht weiß, welche Seite ausgewechselt wurde, wie wichtig ihr Inhalt war, ebenso wenig ihren Zusammenhang mit anderen Seiten kennt und nicht in der Lage ist, die Inhaltsänderung zu verstehen oder gar, so Dürr, Hans-Peter, Prof., Physiker, Vorstand der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler in Bezug auf die Gentechnik: "Solange sie daran arbeiten, wissen sie nicht, was sie tun." (1)
Bill, Prof., Molekularbiologe "Ein einziger entwichener gentechnisch veränderter Mikroorganismus kann zeitlich unbeurteilbar versetzt und auf kaum nachvollziehbaren Wegen Epidemien nicht eindämmbaren Ausmaßes auslösen."(3)
Lacey, Richard, Mikrobiologe, Arzt, Professor für Lebensmittelsicherheit an der Universität Leeds, Großbritannien Er sagte bereits vor 7 Jahren die BSE-Krise voraus und spricht sich wegen der grundsätzlich unbegrenzten Gesundheitsrisiken gegen die Einführung gentechnisch veränderter Nahrungsmittel aus. "Tatsache ist, daß es praktisch unmöglich ist, eine Testprozedur auch nur vorzustellen, um die gesundheitlichen Auswirkungen gentechnisch veränderter Lebensmittel, die in die Nahrungskette eingeführt werden, festzustellen, noch gibt es für ihre Einführung irgendwelche gültigen ernährungsbedingten Motive oder Gründe, die im öffentlichen Interesse liegen." (4)
Wan-Ho, Mae, Prof., Biologe, Open University, Großbritannien "Gentechnik geht über traditionelle Züchtung hinaus, indem sie künstlich konstruierte parasitäre genetische Elemente, einschließlich Viren, als Vektoren verwendet, um Gene in Zellen einzubringen und einzuschmuggeln. Wenn sie einmal in die Zellen gelangt sind, fügen sich diese Vektoren in das Genom des Gastgebers ein. Vom Einfügen fremder Gene in aufnehmende Organismen ist seit langem bekannt, daß es viele schädliche und fatale Auswirkungen mit sich bringt, wie z.B. Krebsauslösung im Organismus." (4)
Parke, Dennis, Prof. für Biologie der Universität Surrey, Großbritannien, früher Hauptberater für Lebensmittelsicherheit bei Unilever und britischer Berater der FDA (USA) für Sicherheitsaspekte der Biotechnologie. "1983 starben hunderte von Menschen in Spanien nach dem Verzehr gepanschten Rapsöls. Dieses gepanschte Rapsöl war für Ratten nicht giftig." Prof. Park warnt, daß die derzeitigen Testverfahren für gentechnisch veränderte Lebensmittel, einschließlich Untersuchungen an Nagetieren, für Menschen keine Sicherheit garantieren. Er schlägt ein Moratorium für die Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen, Lebensmittel und Pharmazeutika vor. (4)
Wald, George Prof., Biologe, Nobelpreisträger Medizin 1967 "Gentechnik konfrontiert unsere Gesellschaft mit Problemen, die es in der Geschichte der Wissenschaft und des Lebens auf der Erde noch nicht gegeben hat. Sie gibt den Menschen die Möglichkeit, lebende Organismen, die das Ergebnis von mehr als 3 Milliarden Jahren Evolution sind, neu zu gestalten. Solche Eingriffe müssen klar unterschieden werden von Verletzungen der natürlichen Ordnung lebender Organismen in der Vergangenheit, beispielsweise Tier- und Pflanzenzucht oder die künstliche Induktion von Mutation. Es ist alles zu groß und geschieht zu schnell. So bleibt dieses zentrale Problem beinahe unberücksichtigt. Es stellt wohl das bedeutendste ethische Problem dar, dem sich die Wissenschaft je gegenübergestellt sah. Bislang war unsere Moral immer, ohne Einschränkungen vorwärtszugehen und alles über die Natur in Erfahrung zu bringen, was wir können. Die Natur neu zu strukturieren, war dabei allerdings nicht vorgesehen. In diese Richtung voranzuschreiten, ist nicht nur unweise sondern sogar gefährlich."(7)
Fagan, John, Prof., Molekularbiologe MUM, Fairfield, Iowa, USA ,"Erkenntnisse, die man aus der Erforschung molekularer Mechanismen gewinnt, erlauben uns, technische Verfahren zu entwickeln - Technologien wie die Gentechnologie - die vorhersagbare Wirkungen bringen. Die Reichweite der Vorhersagbarkeit ist jedoch begrenzt. Das hat seinen Grund darin, daß jedes objektive Experiment nur ein Stück der Natur erforscht, isoliert vom Rest der Welt. Diese Isolation begrenzt die Gültigkeit der Erkenntnisse, die durch Experimente gewonnen werden." (8)
1 zitiert nach: Fuchs, Ursel: Gentechnik - Der Griff nach dem Erbgut, Bastei Lübbe, 1996.
2 aus einer Sammlung der NATURGESETZ PARTEI Niederlande.
3 zitiert nach Hartinger, Raum&Zeit, Mai 97.
4 aus einer Sammlung der NATURGESETZ PARTEI Neuseeland.
5 King, J., 1996. Could Transgenic Crops one day Breed
6 zitiert nach Katrin Grüber in GID Nr.58
7 George Wald, "The Case against Genetic Engineering", The Recombinant DNA Debate, Jackson and Stich, eds. p. 127-128
8 Fagan, John: Genetic Engineering: The Hazards-Vedic Engineering: The Solutions, MIU Press, Fairfield, Iowa, USA, 1995