GALERIE BEDEUTENDER WISSENSCHAFTLER
( wird ständig erweitert, aber ohne Anspruch auf Vollständigkeit )

ARREHENIUS,
SVANTE August (1859-1927) 
Prof.für Physik, Stockholm
Arbeitsgebiete :
Theorie der elektrolytischen Dissoziation,
Geophysik,Kosmologie,Reaktionskinetik.
1903 Nobelpreis für seine Arbeiten zur elektrolytischen
Dissoziation.

B0HR,
NIELS HENRIK DAVID (18851962)
Prof. für Theoret. Physik, Kopenhagen.
Arbeitsgebiete:
Atomphysik, Quantenmechanik, Entw. des Bohrschen Atommodells (s.
Atombau), Auswertung der Kernenergie durch kontrollierte
Kernspaltung. Nobelpreis für Physik 1922.
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BECQUEREL,
ANTOINE HENRI (18521908)
Prof. für Physik, École Polytechn., Paris.
Arbeitsgebiete:
Sonnenspektrum, IR-Spektroskopie, polarisiertes Licht,
Phosphoreszenz, Entdeckung der Radioaktivität des Urans.
Hierfür erhielt er 1903 (zusammen mit M. u. P. Curie) den
Nobelpreis für Physik.
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BUNSEN, ROBERT WILHELM (18111899)
Prof. für Chemie, Heidelberg.
Arbeitsgebiete:
Spektralanalyse, Erfindung des Fettfleckphotometers, Synth. org.
Arsenverb. (Kakodyl), Gasanalyse, Iod-Titration mit Schwefliger
Säure, Elektrochemie (Bunsenelement),
1954 erste Darstellung von Ca durch Elektrolyse
1860/61 Entdeckung von Cs und Rb .Bunsen gelang die Isolierung
von Cs und Rb aus großen
Mengen Dürkheimer Mineralwasser auf Grund der von Kirchhoff
entwickelten Spektralanalyse.
Konstruktion des Bunsenbrenners u. der Wasserstrahlpumpe.

CLAUSIUS,
RUDOLF JULIUS EMMANUEL (18221888)
Prof. für
Physik, TH Zürich, Univ. Würzburg u. Bonn. Arbeitsgebiete:
Thermodynamik, Entw. des 2. Hauptsatzes der Thermodynamik, kinet.
Gastheorie, Einführung des Entropie-Begriffs.

CURIE,
MARIE , geb. SKLODOWSKA (18671934)
Prof. für Physik, Sorbonne Paris, Ehefrau von Pierre Curie u.
Mutter von Irène Joliot-Curie.
Arbeitsgebiete: Physikal.,
chem. u. biolog. Wirkungen der Radioaktivität, Entdeckung des
Radiums u. Poloniums (1898, zus. mit ihrem Mann), Nobelpreis für
Physik 1903 für die Erforschung der Radioaktivität (zus. mit
ihrem Mann u. A. Becquerel), Reinherst. des Radiums (1910),
Nobelpreis für Chemie 1911.
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DALTON, JOHN (1766-1844)
engl. Naturforscher und Lehrer.
Arbeitsgebiete :
Wärmeausdehnung von Gasen
Formulierung der Daltonschen Gesetze, Aufstellung der
Atomtheorie.

EINSTEIN,
ALBERT (18791955)
Prof. für Physik, Zürich, Prag, KWI für Physik in Berlin, Princeton, USA.
Arbeitsgebiete: Begründung der allg. u. speziellen Relativitätstheorie, Aufstellung der Masse-Energie-Gleichung, lichtelektr. Grundgesetz, Theorie der Brownschen Bewegung, Quanten-Äquivalenzsatz, Quantentheorie der Atomwärmen, Aufstellung einer neuen Feldtheorie u.v.a. Für seine Relativitätstheorie u. für die Entdeckung der photochem. Gesetzmäßigkeiten erhielt E. 1921 den Nobelpreis für Physik.

ERLENMEYER, EMIL
geb.:
28.6.1825, Wehnen bei Wiesbaden
gest.: 22.1.1909, Aschaffenburg
Prof.
für Chemie, Univ. Heidelberg u.1868-1883 Prof. der Chemie an der
TH München.
1884 Präsident der Deutschen Chemischen Gesellschaft
Arbeitsgebiete: Sättigungskapazitäten, Dampfdichten, Struktur
von Naphtalin u. Azo-, Hydrazo- sowie Azoxy-Verb.(Erlenmeyersche
Synthese), Mitbegründer der Strukturchemie, Organisation des
Chemie-Studiums. Schüler von A. Kekule (Heidelberg)

FISCHER,
EMIL (1852-1919) 
Prof. für organische Chemie an der Universität Erlangen,Würzburg u. Berlin.
Arbeitsgebiete :
Zucker,Eiweiße,Fette,Indol,Glucose,Synthese von Aminosäuren,
Peptiden,Triphenylmethan-Farbstoffen,Gerbstoffen. Theorie der
Enzym-Wirkung (Schlüssel-Schloß-Theorie) 1902 Nobelpreis für
Chemie für seine Arbeiten über Zucker und-Purin-Gruppen.
Emil Fischer wird von vielen als der Begründer der Biochemie
angesehen.

HELMHOLTZ, HERMANN LUDWIG FERDINAND von (18211894)
Prof. für Physik, Anatomie u. Physiologie, Berlin, Königsberg, Bonn u. Heidelberg.
Arbeitsgebiete: Thermodynamik, Gesetz von der Erhaltung der Energie, Optik (Erfindung des Augenspiegels u. des Telestereoskops, Dreifarbentheorie), Akustik (Klanganalyse), Elektrizität, Begriff des elektr. Elementarteilchens, Hydrodynamik.

VAN'T
HOFF, JACOBUS HENDRICUS (18521911), 
Prof. für Physik. Chemie, Univ. Amsterdam u. Berlin.
Arbeitsgebiete: Begründung der Stereochemie (asymmetr. C-Atom), elektrolyt. Dissoziation, chem. Gleichgew. u. Reaktionsgeschw. (van't Hoffsche Gleichung bzw. Regel), Zusammenhänge zwischen osmot. Druck von Lsg. u. dem Gasdruck, MG.-Best. aus Gefrierpunktserniedrigung, Sdp.-Erhöhung u. osmot. Druck, Unters. der Staßfurter Doppelsalze. Für die Entdeckung der Gesetze der chem. Dynamik u. des osmot. Drucks in Lsg. erhielt van't Hoff 1901 den Nobelpreis für Chemie (als erster Träger des neugegr. Nobelpreises).

KEKULÉ
(KEKULÉ von STRADONITZ), AUGUST
geb.: 7.September 1829 (Darmstadt)
gest.: 13. Juli 1896 (Bonn)
Prof. für Chemie, Heidelberg, 1858 Professor der Chemie an der
Universität Gent
1867 an der Universität Bonn
Arbeitsgebiete: Knallquecksilber, einfache org. Verb.,
Bindungstheorie, Vierwertigkeit des Kohlenstoffs, Kettenform der
Kohlenstoff-Verb. u. deren Isomeriemöglichkeiten, Aufstellung
der ringförmigen Benzol-Formel mit der Gleichwertigkeit der
Wasserstoff-Atome
Schüler
von J. Liebig (Gießen), J. B. Dumas und Ch. Gerhardt (Paris)
sowie A.W. Williamson (London)
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LAVOISIER,
ANTOINE LAURENT de
(17431794)
Privatgelehrter in Paris, Mitglied der französ. Akademie,
Inspektor für Plv. u. Salpeter.
Arbeitsgebiete: Anw. quant. Meßmeth. in der Chemie (Waage!), Widerlegung der Phlogistontheorie, richtige Deutung der Vorgänge bei alkol. Gärung, Verbrennung u. Atmung, Zusammensetzung der Luft, Versuche mit reinem Sauerstoff, Studien über Elementaranalyse, Aufstellung einer neuen Elementliste u. Reform der chem. Namengebung (s.a. ...it), Gesetz von der Erhaltung der Masse, auch bei enzymat. Reaktionen.

LIEBIG,
JUSTUS von (18031873)
Prof. für Chemie, Gießen u. München.
Arbeitsgebiete: Elementaranalyse, Stoffwechsel von Pflanzen u. Tieren, Weiterentwicklung der Ideen von Kastner zur künstlichen Düngung u. Agrikulturchemie, Charakterisierung von Knallsäure, Äpfelsäure, Milchsäure, Ameisensäure, Harnsäure-Deriv., Aldehyden, Chloral, Benzoesäure, Chloroform, Aceton, Atropin, Gerbsäure, Cyanamid, Ethyl-Deriv. (die Bez. Äthyl für die C2H5-Gruppe wurde von L. 1834 eingeführt), Amygdalin, Globulin, Benzilsäure-Umlagerung usw., Überlegungen zur Isomerie, Silber-Spiegel, Backplv., Fleischextrakt, Organisation von Chemie-Unterricht u. -Studium.

MENDELEJEW,
DMITRI IWANOWITSCH (E Mendeleev) (18341907)
Prof. für Chemie, Petersburg.
Arbeitsgebiete: Krit. Temp., Atomgew. u. Molmassen., Erdöltechnologie, Lagerstättenkunde, bes. aber die Aufstellung eines Periodensystems der Elemente u. Voraussage von bis dahin unentdeckten Elementen.

MEYER,
JULIUS LOTHAR
(18301895)
Prof. für Chemie, Breslau, Karlsruhe u. Tübingen.
Arbeitsgebiete: Bestätigung des Massenwirkungsgesetzes. Aufstellung eines Periodensyst. der Elemente u. von Atomvol.-Kurven.

NERNST,WALTHER
HERMANN (18641941)
Prof. für Physik. Chemie, Univ. Göttingen u. Berlin.
Arbeitsgebiete:
Osmot. Theorie der galvan. Elemente, Verteilungssatz, Molmassen
u. Gasgleichgew. bei hohen Drücken u. hohen Temp., Aufstellung
des dritten Hauptsatzes der Thermodynamik (vgl. Hauptsätze),
spezif. Wärmen bei hohen u. niederen Temp., Kalorimetrie,
Infrarotstrahlung, Kettenreaktionen, Elektrochemie, Photochemie,
Lsg.-Druck usw. Nobelpreis für Chemie 1920 für die Aufstellung
des Wärmetheorems.
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OSTWALD,
WILHELM
(18531932)
Vater von Walter Ostwald u. Wolfgang Ostwald, Prof. für Chemie,
Riga u. Leipzig.
Arbeitsgebiete: Chem. Gleichgew., metastabile Zustände, Reaktionsgeschw., Stufenregel, Verdünnungsgesetze, Katalyse, Ionenlehre, Elektrochemie, Thermodynamik, Perpetuum mobile 2. Art, Mol-Begriff, Farbenlehre, Verbrennung von Ammoniak zu Salpetersäure; vgl. a. die folgenden Stichwörter. Für seine Arbeiten über die Katalyse erhielt O. 1909 den Nobelpreis für Chemie.

PAULING,
LINUS CARL
28. Februar 1901 (Portland, Oregon, USA) - 19. August 1994
Prof. für Chemie,Caltech Pasadena,USA
Linus Pauling war einer der herausragendsten wissenschaftlichen Denker dieses Jahrhunderts und Atomwaffengegner.
Arbeitsgebiete:
Chem.Bindung u. Atombau,Elektronegativität Hybridisierung,
MO-Theorie, Resonanz, Koordinationslehre,
Krist.-Chemie,Strukturchemie,Immunität,Hämoglobin,
Wirkungsweise von Vitamin C als Antioxidans in der Krebsteraphie
und Prophylaxe
1954 Nobelpreis für Chemie für seine Arbeiten über die Natur
der chem. Bindung .
Für seine Anstrengungen, Kernwaffentests zu beenden bekam er 1962 den Friedensnobelpreis Der Friedensnobelpreis wurde ihm nachträglich im Jahre 1963 zuerkannt, nachdem das Moskauer Abkommen über ein Verbot der Kernwaffenversuche in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser unterzeichnet wurde.Von über 650 wissenschaftl. Veröffentlichungen befassen sich etwa 200 mit sozialen und politischen Fragen.
Pauling stammte aus einer deutschen Einwandererfamilie, er wurde am 28. Februar 1901 als Sohn eines deutschen Apothekers in Portland im US-Staat Oregon geboren. Bereits mit 16 Jahren nahm er in der USA sein Studium der Mathematik, Physik und Chemie auf und setzte es später in Europa fort. Bald nach Ende des zweiten Weltkriegs setzte er sich für die Einstellung aller Atomwaffenversuche ein und wurde daher in der McCarthy-Ära beschuldigt, er sei kommunistisch beeinflußt. 1958 überreichte er den Vereinten Nationen einen von mehr als 11000 Wissenschaftlern aus 48 Ländern unterzeichneten Appell gegen die Atomtests.
Er lehrte in Pasadena am California Institute of Technology und an der Stanford University. 1973 gründete er sein eigenes Linus-Pauling-Institut für Naturwissenschaft und Medizin in Palo Alto, Kalifornien. Aufsehen erregte er mit seinen Theorien über Vitamin C. Er behauptete, daß es nicht nur gegen Erkältungskrankheiten, sondern auch gegen Krebs vorbeugend wirke.
Pauling starb am Freitag, dem 19. August 1994, auf seiner kalifornischen Ranch im Alter von 93 Jahren. 1991 war er an Prostatakrebs erkrankt.
- Die Natur der Chemischen Bindung
Zweite Auflage, Verlag Chemie, Weinheim, 1964.
- Vitamin C und der Schnupfen

WÖHLER, FRIEDERICH (18001882)
Prof. für Chemie, Berlin, Kassel, Göttingen.
Arbeitsgebiete: Iodcyan, Cyansäure u. deren Isomerie mit Knallsäure, Hydrochinon, Acetylen, Calciumcarbid (aus Zink-Calcium u. Kohle), Phosphor (aus Knochen), Benzoesäure, Benzoyl-Radikal, Überlegungen über Substitutions-Reaktionen, katalyt. Zerlegung von Amygdalin, Harnsäure-Deriv., Metalloxide als Kontaktkörper für katalyt. Reaktionen, Arbeiten bei hohen Temp. u. Drücken (Bombenrohr), Silane, Reinherst. von Aluminium, Beryllium u. Yttrium. Die Herst. von organischem Harnstoff aus anorganischem Ammoniumcyanat (1828) betrachtet man häufig als einen Markstein in der Geschichte der Chemie u. W. als Kronzeugen gegen den Vitalismus, obwohl zu Wöhlers Zeit die Grenze zwischen org. u. anorg. Chemie anders verlief, vgl. organische Chemie.